Schreiben ist in die Muschel hören



Ich möchte an dieser Stelle etwas über meine Zeit in der Schule erzählen. Zunächst einmal war ich ja 11 Jahre in einer Schule für körperbehinderte Schüler. Anfangs fand ich das schön, weil ich zuvor schon im Regelkindergarten Ausgrenzung erfuhr. Die Grundschulzeit verlief weitgehend problemlos. Was sich jedoch in den höreren Klassen änderte. Ich empfand die "Klassengemeinschaft" in der jeder eine mehr oder weniger starke Behinderung hatte, als harten Konkurrenzkampf. Hinzu kam, dass unsere damalige Erzieherin - die wir vermutlich nach einer Strafversetzung hatten - uns große Probleme machte. Ich wurde oft geschimpft, wenn ich zu langsam aß oder nicht mit Messer und Gabel, was mir aufgrund meiner Behinderung schwer fällt. An dieser Stelle möchte ich sagen - was mir auch während der 9-jährigen ehrenamtlichen Arbeit im Mehrgenerationenhaus aufgefallen ist - dass Leute aus dem Behindertenbereich, Sonderpädagogen etc. - extrem diskriminierend sein können und behinderte Personen nicht als vollwertige Menschen achten. Denn Sätze wie "man bräuchte ja auch normale Leute, nicht nur Behinderte und Assoziale" (Zitat),  oder wenn nach dem Tod des Vaters eines behinderten Mannes gesagt wird - die Mutter des Mannes sei zwar kein einfacher Mensch, aber sie habe ja auch nichts vom Leben mit so einem Sohn (Zitat),  sind diskriminierend und eine absolute Beleidigung (!) zumal diese Worte von einer Sonderpädagogin kamen.

Nun aber weiter im Text - Integration. Unter Integration versteht man gewöhnlich dass der behinderte Schüler in die Regelschule geht. Ich war in einer Realschule in der die nichtbehinderten Schüler integriert wurden. Das hat folgende Vorteile. In dieser Schule gibt es ein sogenanntes Helferteam, das den Schülern mit Behinderung in Bereichen wie Hilfe beim Schreiben, An- und Ausziehen, im Kunstunterricht ect. zur Seite steht. Desweiteren fahren sie mit zu Ausflügen oder ins Schullandheim. Für Schüler mit schweren Behinderungen gibt es auch sog. Schulbegleiter, die sie permanent begleiten.   Die Schüler ohne Behinderung sind dort die Minderheit, kommen, denke ich aber auch auf ihre Kosten. So gibt es reinen Nichtbehinderten Sport und einen Skitag.

Natürlich gibt es auch hier Konkurenz und "Aussenseiter", natürlich haben es auch nach der Schule Menschen mit Behinderung schwerer eine Ausbildung zu machen und einen Arbeitsplatz zu bekommen. Aber es erhöht die Chancen auf den Einstieg ins Berufsleben. Zumal man ja auch noch die FOS und ein anschließendes Studium machen kann, was mir aber dann zu viel war.